Die Tatsache, dass Australien durch mehrere Ozeane von den anderen Kontinenten
getrennt wurde, sorgte dafür, dass sich hier eine Tier- und
Pflanzenvielfalt
entwickeln konnte, die auf der Erde beinahe einmalig ist. Ein wichtiges
Zeichen dafür sind Beuteltiere, die in dieser Art außer in
Australien nur noch in Süd- und Nordamerika zu finden sind. Ein Großteil
der 20.000 verschiedenen heimischen Pflanzenarten Australiens sind ebenfalls
noch hier zu bestaunen.
Die je rund 600 Arten der Eukalyptus- und Akazienbäume sind typisch
für Australien. Diese Artenvielfalt ist jedoch, wie in fast allen
baumbewachsenen Gebieten der Erde, durch Abholzung bedroht. In
den
Trockengebieten Australiens ist der Flaschenbaum ein häufig gesehener
Gast, dieser kann in seinem Stamm Wasser speichern. Das Spinifexgras nimmt
etwa ein Viertel des Graslandes im Landesinneren ein.
Australiens Fauna ist hauptsächlich von Beuteltieren gekennzeichnet.
Hier findet man Koalas, Wombats, Kängurus aber auch den tasmanischen
Teufel, die Beutelmaus und Possums. In ihrer Einmaligkeit sind hier Kloakentiere,
das sind Säugetiere, die Eier legen, anzutreffen. Sie findet man
außer in Australien nur noch in Neuguinea. Die australischen Vertreter
sind vor allem der Ameisenigel und das Schnabeltier. Bevor die Menschen
nach Australien kamen, fand man hier hauptsächlich Robben, Flughunde,
Fledermäuse und Nagetiere. Nachdem der Mensch sich ausgebreitet hatte
und Hunde, Kaninchen, Kamele und Füchse einführte, stellen diese
eine Gefahr für die
heimische
Fauna dar. Vor allem kleine heimische Säugetiere sind den Gewohnheiten
der eingeführten Tierarten nicht gewachsen und müssen sich dem
Raubdruck ergeben. Doch auch die Schafe und Rinder gefährden das
ursprüngliche tierische Leben. Da für ihre Haltung große
Flächen der Steppen und Wüsten benötigt werden, fehlt den
heimischen Tieren der Lebensraum.
Neben den zahlreichen Tierarten, die Australien zu bieten hat, sollen
die Vögel nicht vergessen werden. Eine bunte Mischung aus Wellensittichen,
Kakadus und Lories, dazu der australische Eisvogel, lässt das Herz
des Vogelliebhabers höher schlagen. Wessen Herz bei Reptilien erst
so richtig aufgeht, kann sich hier an Schlangen,
Krokodilen
und Echsen oder auch Schildkröten erfreuen. Über 6o Prozent
der auf Australien vorkommenden Schlangenarten ist giftig und etwa 25
Arten sind für den Menschen gefährlich. Vor allem mit Taipan
und Tigerotter ist nicht gut Kirschen essen. Doch auch die Echten Witwen
(als Vertreter der Spinnen), Haie und Würfelquallen gehören
der atemberaubenden Fauna dieses einmalig schönen Kontinentes an.
Wer über Australien erzählt, sollte das Great Barrier Reef nicht
vergessen. Es liegt vor der Nordküste Australiens und nimmt eine
Länge von über 2.000 Kilometern ein. Damit bildet es das größte
Korallenriff
der Erde. Doch die intensive Fischerei in den umliegenden Gebieten und
der Tourismus zerstören das ökologische Gleichgewicht und bedrohen
die Schönheit dieser Unterwasserwelt.
Die Australische Regierung erkannte die Gefährdung der Flora und
Fauna frühzeitig und reagierte darauf mit dem Anlegen verschiedener
Naturschutzgebiete, die auch Teile des Meeres umfassen. Bereits im späten
19. Jahrhundert wurde der Royal - Nationalpark gegründet und stellt
somit den zweitältesten Nationalpark der Welt dar. Der erste Nationalpark
war der Yellowstone - Nationalpark in den USA. Etwa ein Zehntel der Landesfläche
wurde zu Schutzzonen erklärt, genauer 12 Prozent. Elf Gebiete davon
wurden zum Weltkulturerbe erklärt.