Australien - mehr als zwanzig Mal so groß wie Deutschland

Obwohl Australien ein sehr großer Kontinent ist, der im Prinzip reichlich Platz für Einwohner bietet, gehört es nach der Antarktis zu den bevölkerungsärmsten Ländern der Erde.

Die Bevölkerung Australiens setzt sich aus den verschiedensten ethnischen Gruppen zusammen. Die Aborigines, Tasmanier und Einwohner Papuas, sowie die melanesischen Völker Neuguineas und der Inseln, die Australien vorgelagert sind, stellen eine Minderheit dar.

Das Bismarck- Archipel, die D'Entrecasteaux- Inseln, die Fidschi, Le-Maire-Inseln, das Louisiade-Archipel, Loyalitätsinseln, Matthew- und Hunterinseln, Molukken, Neuguinea, Neukaledonien, Norfolkinsel, melbourneSalomon-Inseln, Santa-Cruz-Inseln, Schouten-Inseln, Trobriand-Inseln, Torres Strait Islands und Vanuatu stellen diese Inseln und werden von Völkern besiedelt, die weder die polynesische noch die mykronesische Sprache beherrschen. Dieses Merkmal zeichnet die melanesischen Völker aus.

Die vorgenannten Volksgruppen stellen jedoch keine einheitliche Kultur dar. Sie sind vielmehr sehr gut voneinander abzugrenzen. Die Aborigines, einst die Urväter der australischen Bevölkerung, stellen nur noch etwa zwei Prozent selbiger. Die Tasmanier wurden nach der Besiedlung Australiens durch die Europäer fast vollständig vernichtet.

Da sich die Kolonialgeschichte der australischen Regionen stark voneinander unterscheidet, lässt sich kein einheitliches Einwanderungsmuster aufstellen. Ein Großteil der australischen Bevölkerung ist britischstämmig, obgleich seit den siebziger Jahren auch ein starker Einwanderungszuwachs aus Fernost zu verzeichnen ist. Von den Zuwanderungswellen war hauptsächlich West-Papua betroffen.

Die Amtssprache Australiens ist Englisch. Dennoch sind mehrere hundert Papua Sprachen zu verzeichnen. In West-Papua ist die whiteheavenAmtssprache dagegen Bahasa Indonesia. In Australien selbst, die Insel Tasmanien wird ausgeklammert, kann man von 250 verschiedenen Sprachen ausgehen. Dabei muss aber festgestellt werden, dass es oft schwierig ist, zwischen Dialekt und eigener Sprache zu unterscheiden.

Dass der Fortschritt nicht immer positiv ist, schlägt sich im Aussterben der australischen Sprachen nieder. Ein Großteil dieser ursprünglichen Sprachen existiert nicht mehr oder ist in seiner Existenz bedroht. Dies ist die Folge einer falschen Politik früherer australischer Regierungen. Diese sorgten nämlich dafür, dass ursprüngliche Sprachen und Kulturen fast vollständig vernichtet wurden. Dies sollte über Zwangsumsiedlung und Strafmaßnahmen bis hin zur Sterilisation erreicht werden.

Dazu kommt, dass von Beginn bis etwa drei Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts über 35.ooo Kinder aus ihren Familien gerissen und in kirchlichen Heimen untergebracht wurden. Dadurch verhinderte man die natürliche Übernahme der heimischen Kultur.

Da die Tasmanier bereits in der frühen Kolonialzeit fast vollständig ausgerottet wurden, starben die tasmanischen Sprachen aus noch ehe man hätte aussagekräftige Aufzeichnungen darüber anfertigen können.

Die Missionierung Australien trug Früchte, sodass man heute in Papua Neuguinea knapp 96 Prozent Christen antrifft. In West-Papua kann man zwanzig Prozent der Bevölkerung zu den Muslimen zählen, was hauptsächlich mit der Einwanderung aus Indonesien in Zusammenhang zu bringen ist. Der christliche Glaube wird allerdings nicht in Reinform, sondern häufig in Verbindung mit traditionellen Glaubensvorstellungen gelebt. Der Animismus ist eine indigene Religion und beweist die Verbundenheit der Australier mit ihrer Natur. So verstehen diese Völker in der Beseelung nicht die Seele im christlichen Glauben, sondern eher eine Art Lebenskraft. Man geht davon aus, dass Steine, Pflanzen, Tiere und auch Menschen, Dinge sind, die eine „Seele“ besitzen und respektiert und geehrt werden sollen.

Auch im Bereich der Bevölkerungsgruppen bietet Australien also eine große Vielfalt, die ein durch ein Umdenken der Politik gerade noch erhalten geblieben ist, auch wenn den ursprüngliche Kulturen bereits enormer Schaden zugefügt wurde. Im Moment versucht man jedenfalls, sich mit den Ureinwohnern auszusöhnen und es bleibt zu hoffen, dass diesen die Möglichkeit gegeben wird, sich wieder richtig entwickeln zu können. Ein Australien Urlaub ist immer empfehlenswert.